„Was soll ich anziehen?” Das ist die Frage, die ich in fast jedem Vorgespräch höre. Und sie ist berechtigt. Denn dein Outfit ist kein Beiwerk auf einem Businessfoto. Es ist ein Teil deiner Marke.
Was du anziehst, entscheidet darüber wie du wahrgenommen wirst, bevor du den Mund aufmachst. Es zeigt deiner Zielgruppe ob sie bei dir richtig ist. Und es entscheidet ob deine Bilder Wiedererkennung erzeugen oder austauschbar bleiben.

Warum dein Outfit beim Businessfoto Teil deiner Marke ist
Ich selbst trage immer Orange. Das ist kein Stilexperiment. Das ist Strategie. Wer mich einmal trifft, erinnert sich. Wer mich auf LinkedIn sieht, erkennt mich sofort. Wer Orange sieht, denkt an Karina Schuh.
Genau diesen Effekt kannst du dir zunutze machen wenn du dein Outfit für deine Businessfotos planst. Es geht nicht darum möglichst schick auszusehen. Es geht darum dass dein Kleidungsstil deine Markenbotschaft unterstützt. Du willst Vertrauen ausstrahlen? Dann sag das mit Farben, Schnitten und Stoffen die Vertrauen transportieren.

Markenfarben ins Outfit integrieren
Wenn dein Unternehmen eine Corporate Identity hat, lohnt es sich diese Farben ins Outfit zu bringen. Nicht plakativ, sondern als Akzent der Wiedererkennung schafft.
Eine Krawatte in der Markenfarbe. Ein Tuch das die Linie deines Logos aufnimmt. Schuhe oder Schmuck mit einem klaren Farbcode. So entstehen Bilder die zu deiner Website, deinem LinkedIn-Auftritt und deinen Printmaterialien passen.
Welches Outfit passt zu welcher Branche?
Finanzen, Versicherungen, Recht
In klassischen Branchen erwartet die Zielgruppe Seriosität. Anzug, Hemd, Blazer — das funktioniert nach wie vor. Dunkelblau, Anthrazit, Schwarz für Anzüge. Weiß und Creme für Hemden und Blusen.
Wichtig: Auch im klassischen Look darf die Persönlichkeit durchkommen. Ein Schmuckstück, eine Brille, ein Akzent in deiner Markenfarbe. Klassisch heißt nicht uniform.

Design, Kunst, kreative Berufe
Wer in kreativen Berufen arbeitet, darf das im Outfit zeigen. Hier wirkt der klassische Anzug oft fremd. Lebendige Farben, Pastelltöne, mutige Schnitte funktionieren besser und passen zur Energie der Marke.

Technologie und Start-ups
In der Tech-Branche regiert Smart-Casual. Blazer ja, Krawatte oft nein. Mittelblau, gedeckte Grautöne und klare Schnitte funktionieren gut. Akzente in der Markenfarbe runden das Bild ab.

Coaches und Berater
Wer als Coach oder Berater arbeitet, lebt von Vertrauen und Nähe. Das Outfit darf wärmer und persönlicher sein. Beige, Braun, gedeckte Blautöne, ein elegantes Strickoberteil. Kompetenz ohne Distanz, das ist das Ziel.

Handwerk und produzierende Betriebe
Im Handwerk geht es um Können, Verlässlichkeit und Bodenständigkeit. Das darf das Outfit zeigen. Ein ordentliches Polohemd, ein Hemd mit hochgekrempelten Ärmeln, Erdtöne, Dunkelblau. Kein verkleideter Anzugträger, sondern jemand der mit beiden Beinen im Beruf steht.

Mitarbeiter und Teams
Bei Teamfotos zählt die Unternehmenskultur. Orientiere dich daran wie sich die Geschäftsführung präsentiert. Wichtig ist die Konsistenz, wenn ein Team in völlig unterschiedlichen Stillagen fotografiert wird, leidet die Marke. Wenn ein roter Faden erkennbar ist, gewinnt sie.

Was du beim Businessfoto-Outfit vermeiden solltest
- Große Karos, breite Streifen und kleinteilige Muster – sie flimmern auf Fotos
- Auffällige Logos und Drucke – sie lenken vom Gesicht ab
- Glanzstoffe – sie reflektieren das Licht und erzeugen unkontrollierte Glanzpunkte
- Kleidung die nicht passt – lieber eine Nummer größer als zu eng
Matte Stoffe wie Baumwolle, feine Wolle oder Strick funktionieren fast immer besser.
Was Farben auf Businessfotos auslösen
Farbe ist Wirkung. Wer weiß welche Reaktion er auslösen will, kann das Outfit gezielt einsetzen.
Blau signalisiert Vertrauen, Kompetenz und Ruhe, der Klassiker für seriöse Branchen. Grau steht für Neutralität und Klarheit. Weiß wirkt klar und reduziert, kann aber das Gesicht blass machen, besser kombinieren. Grün steht für Wachstum und Balance, funktioniert in Coaching- und Beratungsbranchen oft besser als Blau. Rot ist die Farbe der Energie, sparsam eingesetzt stark, im Übermaß überwältigend.
Und Orange? Orange ist meine Farbe. Sie steht für Energie, Wärme und Mut. Und sie ist mein Wiedererkennungsmerkmal. Wer eine eigene Markenfarbe sucht, sollte sich von dieser Logik inspirieren lassen.
Eine Geschichte aus meinem Studio
Vor einiger Zeit kam eine Versicherungsagentur zu mir. Der Seniorchef bevorzugte den klassischen Look, blauer Anzug, weißes Hemd, gedeckte Krawatte. Sein Sohn, der die Agentur übernimmt, wollte das nicht. „So komme ich bei meinen Kunden nicht an”, sagte er.
Wir haben uns für eine pragmatische Lösung entschieden. Der Seniorchef in seinem klassischen Stil. Der Junior in Smart-Casual. Beide ehrlich. Beide auf der gleichen Website. Genau dort treffen die unterschiedlichen Zielgruppen auf das was zu ihnen passt.
Es gibt keinen universellen Business-Look. Es gibt nur den Look der zu deiner Generation, deiner Zielgruppe und deinem Selbstverständnis passt.
So bereitest du dein Outfit vor dem Fototermin vor
Probiere deine Outfits zwei Tage vorher an. Mache Testfotos bei Tageslicht. Prüfe ob die Kleidung sitzt, ob etwas vom Gesicht ablenkt und ob es zu der Wirkung passt die du erzielen willst.
Im Strategie-Gespräch vorab besprechen wir gemeinsam welche Outfits zu deiner Marke, deiner Zielgruppe und deinen Bildzielen passen. Du kommst nicht unvorbereitet, du kommst mit einem Plan.
Karina Schuh ist Markenfotografin und Unternehmensfotografin in Polch bei Koblenz, seit 2013 deutschlandweit tätig. Sie fotografiert Führungskräfte, Unternehmer und inhabergeführte Unternehmen für Website, LinkedIn und Unternehmenskommunikation. Ihre Spezialität ist künstliches Licht auf professionellem Niveau, unabhängig von Location, Tageszeit und Wetter.
Schnitt und Stoff: Was vor der Kamera wirklich zählt
Ein Outfit kann farblich perfekt sitzen und trotzdem auf dem Foto nicht funktionieren. Der Grund liegt selten in der Farbe. Er liegt im Schnitt. Was im Spiegel gut aussieht, sieht auf dem Foto nicht automatisch gut aus, denn die Kamera arbeitet mit Linien, nicht mit Gesamteindruck.
Diese Schnitte funktionieren fast immer:
- Blazer mit leicht taillierter Linie – strukturiert die Silhouette, statt sie zu verstecken
- Oberteile mit V-Ausschnitt – streckt den Hals optisch
- Strickoberteile mit feiner Struktur – wirken hochwertig, ohne aufzutragen
- Stoffhose oder Bleistiftrock – clean und souverän
Und diese Schnitte sind heikel: Rollkragen, weil sie den Hals stauchen und das Kinn betonen. Ärmellose Oberteile, weil sie den Blick auf die Arme ziehen statt aufs Gesicht. Tiefe Ausschnitte, weil sie auf engen Crops schnell unprofessionell wirken. Bei den Stoffen gilt die gleiche Logik wie bei den Mustern: Baumwolle, feine Wolle, matte Seide und Strick tragen ein Bild. Glänzender Satin und raschelnder Polyester lenken davon ab.
Mehrere Looks clever einsetzen
Ein Outfit muss nicht alles leisten. Jedes darf eine Aufgabe haben. Deshalb plane ich mit Kundinnen, die mehr als ein Outfit mitbringen, meist mit einem bewährten Drei-Look-Set:
- Look „Premium”: Blazer, Bluse, dezenter Schmuck – für Website-Header, About-Seite und Visitenkarte
- Look „Nahbar”: Strickpullover oder Bluse ohne Blazer – für LinkedIn, Social Media und Blogfotos
- Look „Markenstark”: Outfit in deiner Markenfarbe, gerne mit einem Statement-Stück – für Kampagnen und Storys
So bekommst du in einer einzigen Session Bilder für unterschiedliche Kanäle, statt hinterher festzustellen, dass dir für die About-Seite das passende Foto fehlt. Ergänze das mit dezentem Schmuck, einem zweiten Paar Schuhe und, falls du Brille trägst, wenn möglich Gläsern mit guter Entspiegelung. Am Ende zählt ohnehin nicht das schickste Outfit, sondern das, in dem du dich am souveränsten fühlst. Alles andere – Farbe, Schnitt, Stoff – ist nur das Handwerkszeug, das genau diesem Gefühl dient.
Häufige Fragen zum Businessfoto Outfit
Nein. Was du anziehst sollte zu deiner Marke und deiner Zielgruppe passen, nicht zu einer abstrakten Norm. In klassischen Branchen ist der klassische Look richtig, in kreativen Branchen ein lockerer Stil. Wichtig ist nur dass es ehrlich wirkt.
Dunkelblau, Anthrazit, gedeckte Grüntöne, Camel und Bordeaux funktionieren in fast jeder Branche. Reines Weiß und tiefes Schwarz sind tückisch und sollten kombiniert werden. Wer eine Markenfarbe hat sollte sie als Akzent einbauen.
Sehr wichtig wenn du Wiedererkennung erzeugen willst. Eine konsistente Farbe macht dich auf LinkedIn, deiner Website und in Pressekontexten sofort identifizierbar. Sie muss nicht das ganze Outfit dominieren, ein klarer Akzent reicht oft.
Ja, wenn der Look zur Branche passt. Smart-Casual ist in Tech-, Beratungs- und Coaching-Branchen längst etabliert. Entscheidend ist dass die Kleidung gut sitzt, sauber wirkt und Teil eines bewussten Bildes ist.




[…] Der richtige Kleidungsstil für dein Business- und Personal Branding-Fotoshooting: Farben und Marken… […]