„Was ziehen wir denn an?” Diese Nachricht bekomme ich von fast jedem Team, sobald der Termin für die Mitarbeiterfotos im Kalender steht. Meistens folgt eine Chat-Diskussion mit zehn verschiedenen Meinungen – und am Ende kommt jeder in einem anderen Look zum Shooting.
Das muss nicht sein. Es geht nicht darum, dass alle das Gleiche tragen. Es geht darum, dass ihr zusammen aussieht – wie ein Team, nicht wie zehn zufällig nebeneinanderstehende Menschen.

Müssen alle im Team dasselbe anziehen?
Nein. Und bitte auch nicht versuchen, alle in identische Hemden zu stecken, wenn es keine Arbeitskleidung gibt. Das wirkt schnell aufgesetzt. Was stattdessen funktioniert: eine gemeinsame Farbwelt. Dunkelblau, Anthrazit, gedeckte Grün- und Erdtöne lassen sich beliebig kombinieren, ohne dass zwei Personen im selben Outfit nebeneinanderstehen.
Ausnahme: Wenn es bei euch eine einheitliche Arbeits- oder Firmenkleidung gibt, ist das fast immer die beste Wahl. Sie ist authentisch, sofort wiedererkennbar und erspart die ganze Diskussion.
Welche Farben funktionieren auf Mitarbeiterfotos?
Dunkelblau, Anthrazit, Bordeaux und gedeckte Grüntöne funktionieren in fast jeder Branche und auf fast jedem Hintergrund. Reines Weiß und tiefes Schwarz direkt nebeneinander sind dagegen tückisch: Die Kamera muss zwischen den hellsten und dunkelsten Punkten im Bild belichten, und bei einer Gruppe mit beidem gleichzeitig geht das selten gut aus.
Das bedeutet nicht, dass Schwarz oder Weiß tabu sind. Es bedeutet, dass sie im Team gut verteilt sein sollten, statt sich auf einzelne Personen zu konzentrieren.
Karo, feine Streifen und auffällige Muster: lieber nicht
Feine Streifen und Karomuster erzeugen auf dem Kamerasensor ein sogenanntes Moiré – ein flimmerndes Muster, das sich später nicht wegretuschieren lässt, ohne dass der Stoff unscharf wirkt. Bei einer Einzelperson ist das ärgerlich. Bei einem Team, das genau in diesem Look nebeneinandersteht, wird aus einem kleinen Problem ein großes.
Bei einem Teamtermin mit vierzehn Personen kamen vier davon zufällig in Streifenhemden. Auf dem Kontaktbogen sah man es sofort: vier verschiedene Streifenbreiten, vier flimmernde Muster, mitten in der Reihe. Seitdem schicke ich vor jedem größeren Teamtermin eine kurze Outfit-Checkliste vorab raus. Der Aufwand: fünf Minuten. Der Unterschied auf den fertigen Bildern: enorm.
Was ist mit den Unternehmensfarben?
Ihr müsst nicht alle in Firmenfarbe erscheinen, damit das Foto zur Marke passt. Ein Akzent reicht oft: ein Schal, eine Krawatte, das Innenfutter eines Blazers, oder ein einzelnes Kleidungsstück in der passenden Farbe bei denjenigen, die im Vordergrund stehen. Farbe ist kein Risiko. Farbe ist Wiedererkennung – auf der Website, auf LinkedIn und auf der Karriereseite.

Ein moderner Ansatz: Team-Outfits selbst wählen lassen
Diese Woche bin ich über eine Idee auf LinkedIn gestolpert, die ich richtig gut finde. Ein kleines Team wollte weg vom klassischen Firmen-Merch, der sonst schnell in der untersten Schublade des Schranks landet. Stattdessen bekam jede Person im Team ein Budget für zwei bis drei Teile bei ASOS, die man auch wirklich im Alltag tragen würde. Anschließend hat das Team gemeinsam entschieden, wo das Firmenlogo in welcher Farbe sitzen soll, gedruckt oder gestickt, und alles bei einer lokalen Textildruckerei veredeln lassen. Fünf Tage später stand der eigene Custom-Merch fürs Shooting bereit.
Das Ergebnis: Das Team trägt die Teile seitdem wirklich, weil es kein “random Hoodie” ist, sondern etwas, das jede und jeder selbst ausgesucht hat.
Diese Lösung ist kein Standardvorgehen, aber genau deshalb spannend. Sie zeigt, dass Mitarbeiterfotos nicht zwangsläufig aus dem Kompromiss zwischen “alle gleich” und “jede und jeder für sich” bestehen müssen. Bei zweihundert Mitarbeitenden lässt sich das nicht eins zu eins skalieren, aber für ein kleineres Team ist es eine Lösung, bei der am Ende nichts in der Tonne landet.
Für die meisten Teams muss es nicht gleich die komplette Entscheidungsfreiheit sein. Schon eine Auswahl von zwei, drei Farboptionen, aus denen sich jede und jeder das Teil aussuchen darf, das am besten passt, kann den Unterschied machen zwischen einem Team, das sich für die Fotos verkleidet fühlt, und einem, das sich einfach zeigt.
Die 6 wichtigsten Tipps für Mitarbeiterfotos
- Eine Farbwelt, keine Uniform. Stimmt euch grob auf Blau-, Grau- oder Erdtöne ab, statt identische Teile zu kaufen.
- Neutral von oben bis unten. Große Logos fremder Marken, Sportvereine oder Bandshirts lenken vom Gesicht ab – auch wenn niemand sie bewusst wahrnimmt.
- Ein Blazer oder eine Jacke als gemeinsamer Nenner. Wer mag, zieht ihn nur für die Fotos an und danach wieder aus.
- Schuhe mitdenken. Bei Gruppen- oder Ganzkörperfotos sieht man sie garantiert – Sneaker unter dem Anzug fallen auf.
- Ein zweites Outfit einpacken. Falls das erste im Foto komisch sitzt, knittert oder Flecken hat.
- Schmuck und Accessoires sparsam einsetzen. Große, glänzende Stücke reflektieren das Blitzlicht und lenken vom Gesicht ab.
Was, wenn die Absprache nicht ankommt?
Ein gutes Vorgespräch ist die halbe Miete, aber es ist keine Garantie. Bei einem Teamtermin im Gesundheitsbereich hatte ich vorab mit der Ansprechpartnerin alles durchgesprochen: Outfit, Farben, die einzelnen Situationen, sogar dass die Kleidung saisonunabhängig und Schultern im Sommer bedeckt sein sollten. Sie hat es genauso an ihr Team weitergegeben.
Am Tag des Shootings war die Kleidung bei einigen im Team trotzdem anders als besprochen. Das passiert niemandem böswillig, im Arbeitsalltag geht eine Info schon mal unter, gerade wenn viele Menschen beteiligt sind. Für einen zweiten Termin war keine Zeit.
Das bedeutet nicht, dass die Absprache nichts gebracht hat. Es bedeutet, dass eine mündliche Weitergabe an ein ganzes Team nie hundertprozentig ankommt, egal wie gut sie gemeint ist.
Ich habe an diesem Tag improvisiert: engere Bildausschnitte, andere Positionierung in der Gruppe, eine kurz ausgeliehene Jacke. Am Ende waren die Fotos trotzdem gut nutzbar. Seitdem gehört die Outfit-Checkliste bei mir standardmäßig nicht mehr nur an die Ansprechperson, sondern wenn möglich direkt an jede einzelne Person im Team.
Drei Dinge, die ich daraus mitgenommen habe:
- Schriftlich schlägt mündlich. Eine Checkliste, die jede Person selbst lesen kann, kommt zuverlässiger an als eine Ansage in der Teambesprechung.
- Ein Plan B gehört ins Shooting, nicht erst danach. Ich habe inzwischen immer ein bis zwei neutrale Jacken im Auto dabei.
- Nicht jede Abweichung ist ein verlorenes Foto. Mit dem richtigen Bildausschnitt und der richtigen Position in der Gruppe lässt sich vieles auffangen.

Was kostet ein Mitarbeiterfoto-Shooting?
Mitarbeiterfotos sind bei mir Teil der Unternehmensfotografie und starten ab 890 €, inklusive Lizenzrechten für Web und Druck. Was am Ende gebraucht wird, hängt von der Teamgröße und der Anzahl gewünschter Bilder ab – das besprechen wir im Kennenlerngespräch.
Am Ende zählt nicht das teuerste Outfit, sondern ein Team, das entspannt und stimmig vor der Kamera steht. Genau dafür ist die kurze Vorbereitung da.
Häufige Fragen zu Mitarbeiterfotos und Kleidung
Nein. Besser als identische Outfits ist eine gemeinsame Farbwelt, zum Beispiel Dunkelblau, Anthrazit oder gedeckte Erdtöne. Nur wenn es eine einheitliche Arbeits- oder Firmenkleidung gibt, ist die auch auf den Fotos die beste Wahl.
Dunkelblau, Anthrazit, Bordeaux und gedeckte Grüntöne funktionieren in fast jeder Branche. Reines Weiß und tiefes Schwarz direkt nebeneinander sind schwieriger zu belichten und sollten im Team gut verteilt statt konzentriert getragen werden.
Dann ist das fast immer die beste Wahl für Mitarbeiterfotos. Arbeitskleidung wirkt authentisch, ist sofort wiedererkennbar und erspart jede Diskussion übers passende Outfit.
Ein Hauptoutfit reicht meistens aus. Ein zweites, griffbereites Outfit ist trotzdem sinnvoll, falls das erste im Foto komisch sitzt, knittert oder kurzfristig einen Fleck abbekommt.
Für ein Team bis zehn Personen plane ich in der Regel zwei bis drei Stunden ein, je nach Anzahl der gewünschten Einzel- und Gruppenaufnahmen. Bei größeren Teams sprechen wir den genauen Ablauf vorab durch.



